
FEBRUAR 2026 - Das Amtsgebäude der Marktgemeinde hat sich zwar nicht verändert, aber der neue 100-Prozent-Bürgermeister Christian Haagen ist seit November 2025 im Amt der Wunschkandidat vom Andreas Stockinger wurde im Gemeinderat einstimmig gewählt und will die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Gemeinderat fortsetzen.
Bei der Landesgartenschau 2027 in Wels kann die Marktgemeinde mitmischen, die Zusammenarbeit mit der Stadt Wels wird sein vielen Jahren intensiv gepflegt. Die OÖN veröffentlichten ein Interview.
Der neue Bürgermeister wurde über das Verhältnis zum großen Nachbarn Wels, wichtige Zukunftsprojekte und seinen Start im Amt mit vollem Terminkalender begragt. Der 47-jährige ÖVP-Politiker trat in die Fußstapfen von Langzeitbürgermeister Andi Stockinger, der bereits im Februar zum Ehrenbürger von Thalheim ernannt werden wird.
OÖN: Wie haben Sie die ersten Wochen als Bürgermeister erlebt, was haben Sie unterschätzt?
Die Termindichte hat mich schon etwas überrascht, ich war am Beginn etwas freizügig und habe gesagt, ihr könnt mir, wo frei ist, Termine eintragen. In anderthalben Tagen waren drei Wochen voll (lacht). Aber es ist gut so, es freut mich, wenn Interesse am neuen Bürgermeister besteht. Jedenfalls habe ich mich schon gut eingelebt.
OÖN: Wie würden Sie Ihren Führungs- und Politikstil mit drei Worten beschreiben?
Modern, kooperativ und respektvoll im Umgang.
OÖN: Thalheim kann im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden den Haushalt noch ausgleichen, wie sieht die finanzielle Entwicklung aus?
Auch wir müssen aufs Geld schauen und uns überlegen, in welchen Bereichen wir investieren. Wir haben Projekte, die wir gerne umsetzen würden, aber die wir verschieben müssen, wie die zweite Turnhalle bei der Volksschule, die rund sechs Millionen Euro kostet.
OÖN: Welche Projekte stehen in diesem Jahr auf der Agenda?
Wir starten ins Planungsjahr für unseren Kindergarten Kunterbunt, der in die Jahre gekommen ist, noch ist offen, ob saniert oder neu gebaut wird. Auch die Landesgartenschau wird uns natürlich beschäftigen mit dem Märchenpark am Reinberg und dem geplanten Labyrinth. Hier haben wir einige Hausaufgaben zu erledigen, um die Anrainer nicht über Gebühr zu belasten.
Wir werden die Traunufer-Terrassen umsetzen und sind gerade dabei, Angebote einzuholen. Wir wollen das Traunufer zwischen Trodatsteg und alter Traunbrücke entsprechend auf Vordermann bringen. Außerdem werden wir in den nächsten zwei Jahren rund eine Million in die LED-Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden investieren.
OÖN: Ihr Vorgänger Andi Stockinger hat einmal in einer OÖN-Umfrage zum Thema Gemeindezusammenlegung mit Wels gemeint, "was Gott durch die Traun getrennt hat, soll der Mensch nicht zusammenführen." Wie ist Ihr Zugang?
Wir sind in Thalheim froh, dass wir einen guten und starken Nachbarn haben, mit dem wir die Synergien gut nützen können und mit dem wir gut zusammenarbeiten. Aber die Ortsschilder sollen schon dort bleiben, wo sie sind. Das habe ich Bürgermeister Rabl auch schon gesagt, das ist ein Running Gag zwischen den beiden Gemeinden.
OÖN: Bahnen sich mit dem Nachbar Wels auch neue Zusammenarbeitsmöglichkeiten an?
Für die Landesgartenschau arbeiten wir natürlich zusammen, wir haben eine gute Gesprächsbasis mit allen politischen Mitbewerbern, die Kommunikationsebenen passen. Und wir sitzen gemeinsam auch in diversen überregionalen Foren. Ich freue mich auf weitere gute Zusammenarbeit.
OÖN: Thema Wirtschaftsansiedelungen, wie sieht hier die Entwicklung aus?
Wir sind ein attraktiver Standort und haben neue Ansiedelungen auch von Landesorganisationen. Im Betriebsbaugebiet haben wir noch Flächen und Platz für attraktive Entwicklung.
OÖN: Leistbares Wohnen ist für viele Gemeinden ein zentrales Thema, welche Lösungsansätze sehen Sie?
Thalheim ist ein sehr attraktiver Wohnort und dieser Vorteil hat seinen Preis. Wir müssen den jungen Menschen die Möglichkeit bieten, dazubleiben. Es gibt Flächen, die aber zum Teil noch nicht verfügbar sind und attraktiv wären. Ansonsten wird es Richtung Nachverdichtung gehen. Ein größeres Wohnprojekt haben wir momentan aber nicht am Start.
OÖN: Wie leben Sie Bürgernähe, wie oft sind Sie für die Bürger erreichbar?
Ich habe keine fixen Sprechstunden, sondern Termine nach Vereinbarung, viele waren auch schon bei mir. Ich habe ein offenes Ohr für alle Anliegen. Ich kann nicht alles lösen, man kann aber über alles reden.