Donnerstag, 3. Dezember 2020 

Aktuelles | Gesundheit | 06.11.2020

Hausforderung durch verschiedenste Symptome

Grippaler Infekt oder covid-19 ?

Angstschüren gefährlicher als ein Virus.
Was bezwecken Journalisten der auflagenstärksten Tageszeitung mit den Aufmacher-Titelzeilen vom 7. November (Große Angst vor Mitte November – Zahl der Corona-Toten und Kranken steigt dramatisch an) und 8. November (Corona-Schock in Österreich – 2279 neue Fälle bundesweit trauriger Rekord)?
Was soll der interessierte Leser nun tun? + Die Haustüre versperren? + Unter seiner Bettdecke verstecken? Oder sich in einen Luftschutzkeller begeben? Oder sich einfach nur ängstigen und seine Umgebung damit zusätzlich verunsichern?
Wenn es die Bundesregierung ehrlich meinen würde, dann müssten einmal auch die üblichen Todesraten (ca. 200 pro Tag in Österreich) als abschätzbare Grundlage erwähnt werden. Und auch das Verschweigen einer bereits aktuellen Grippewelle (vor vier Jahren gab es ab der Kalenderwoche 40 insgesamt 4.436 Todesfälle infolge einer Grippe-Erkrankung) ist höchst unseriös. Und damals gab es weder eine Aufregung, noch Dramatik oder Einschränkungen unserer Lebensweise.
Wer an einer Grippe schwer erkrankt ist, stirbt in der Regel meist nur dann, wenn es schwere Vorerkrankungen gibt. Bei den bisher dem heimtückischen Virus infizierten Menschen, die an den Folgen gestorben sind, gilt die gleiche Messlatte. Aktuell sind es 1340, die Viruszuordnung ist aber nicht wirklich beweisbar.
Ärzte nun besonders gefordert

Nicht Infektions-Rekordzahlen sind das aktuelle Gesundheitsproblem. Besonders Hausärzte sind gefordert, wenn Patienten mit grippeähnlichen Symptomen in ihre Praxis kommen.
Schließlich ist jetzt bereits Grippezeit und covid-19 zeigt laut einer wissenschaftlichen Studie verschiedenste Formen auf. Diese sind in der Regel nur in den Krankenanstalten zu bewerten.

Das ist das Hauptproblem, dem sich vor allem Ärzte und das Gesundheitssystem stellen müssen. Wo wurden bereits sieben Formen von mildem covid-19-Verlauf erforscht. Eine Form erinnert stark an eine Erkältung mit heftigem Schnupfen.
Dass die covid-19-Erkrankungen sich in einer Vielzahl verschiedener Symptome zeigen können, ist inzwischen bekannt. Nun legt eine neue Studie nahe, dass sich die Symptome bei milden covid-19 Verläufen in mehreren Gruppen zusammenfassen lassen.
Grippe, Erkältung oder Corona?
80 Prozent der Patienten haben diese Corona-Symptome: Forschende der Medizinischen Universität Wien fanden heraus, dass bestimmte Symptom-Gruppen meist zusammen auftreten. Sie hatten dafür untersucht, welche Abwehrzellen und Antikörper zehn Wochen nach der Infektion bei genesenen covid-19-Patienten nachweisbar waren.
Außerdem befragten sie die 109 Studienteilnehmer nach den Symptomen, die bei ihnen auftraten. Alle Rekonvaleszenten hatten einen eher milden Verlauf von covid-19. Eine Kontrollgruppe bestand aus 98 gesunden Personen.
Mehr Erkältung oder mehr Magen-Darm-Infekt?
+ Die erste covid-19-Variante ist demnach durch grippale Symptome gekennzeichnet - Fieber, Erschöpfung und Husten.
+ Eine zweite Form zeigt sich eher durch Schnupfensymptome mit Schnupfen, Niesen, trockenem Hals und Verstopfung der Nase.
+ Die dritte covid-Variante äußert sich nur oder vorwiegend durch Gelenk- und Muskelschmerzen.
+ Eine vierte Variante durch ausgeprägte Augen- und Schleimhautentzündungen.

+ Einen fünften Symptom-Komplex bilden Lungenprobleme mit Lungenentzündung und Kurzatmigkeit.
+ Bei der sechsten Form leiden die Betroffenen primär an Magen-Darm-Problemen mit Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen.

+ Die siebte Erkrankungsform schließlich bildet der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Bei letzterer Gruppe konnte feststellt werden, dass vom Geruchs- und Geschmacksverlust vermehrt Personen mit einem 'jungen Immunsystem', gemessen an der Anzahl der erst kürzlich aus dem Thymus ausgewanderten T-Lymphozyten, betroffen sind.
Langer Kampf des Immunsystems
Unabhängig von der Variante der akuten covid-19-Erkrankung gibt es aber bei den langfristigen immunologischen Folgen viele Gemeinsamkeiten. Demnach hinterlässt Sars-CoV-2 im Immunsystem und Blut der Rekonvaleszenten eine Art immunologischen Fingerabdruck.
So ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die im Immunsystem ansonsten für das Bekämpfen von bakteriellen Krankheitserregern zuständig sind, bei covid-Rekonvaleszenten signifikant niedriger als üblich.

Dafür gibt es vermehrt Gedächtniszellen und die zytotoxischen CD8+-T-Zellen bleiben stark aktiviert. Deren Aufgabe ist es unter anderem, von Viren befallene Zellen abzutöten.
Fieberkurve zeigt Virusausbreitung genauer
Je stärker das Fieber des Betroffenen war, desto höher waren auch die Antikörperspiegel gegen das Virus ausgeprägt. Das zeigt, dass sich das Immunsystem auch viele Wochen nach der ersten Infektion immer noch mit der Krankheit intensiv auseinandersetzt. Möglicherweise können diese immunologischen Veränderungen auch einige der covid-19-Spätfolgen erklären helfen.
Denn viele Patienten leiden noch Wochen nach vermeintlich überstandener Infektion unter Erschöpfung, neurologischen Symptomen oder Herzproblemen. Sogar Diabetes-Typ-1 und Parkinson könnten durch covid-19 ausgelöst oder zumindest begünstigt werden, wie einige Studien nahelegen.
Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Erkenntnisse zu einem besseren Verständnis der Erkrankung beitragen und auch der bei der Entwicklung von möglichen Impfstoffen helfen können, "da wir nun auf vielversprechende Biomarker zurückgreifen und ein noch besseres Monitoring durchführen können".
Positiven Antigen-Test anerkennen!
Das Contact-Tracing dauert trotz intensiver Aufstockung der Behörden immer länger an und Corona-Patienten müssen oft tagelang auf einen PCR-Test warten, denn erst mit positivem PCR-Test ist es derzeit üblich, einen Quarantänebescheid zu bekommen. Die OÖ. Ärztekammer sieht hier eine gefährliche Entwicklung: Bundesminister Anschober muss angesichts der steigenden Zahlen umdenken!
Eigentlich hätte der covid-19-Antigen-Test bei Kassenärzten die Coronavirus-Situation entspannen sollen. Doch weil der Gesundheitsminister weiterhin darauf beharrt, dass ein positiver Antigen-Test noch nicht als Nachweis für eine Erkrankung an covid-19 ausreicht, warten Patienten hierzulande mehrere Tage auf einen PCR-Test.
Für Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser ist das eine gefährliche Entwicklung: „Wir haben somit Patienten, die ungehindert weitere Personen infizieren können, da erst mit positivem PCR-Test ein Quarantänebescheid von der Behörde ausgestellt wird. Denn dann erst nehmen viele Patienten die Absonderung ernst.“
Weiteres Problem: Auch das Contact-Tracing beginnt nur mit positivem PCR-Testergebnis: „Es ist absolut unverständlich, warum hier seitens Bundesminister Anschober weiter auf Verordnungen beharrt wird, die nicht mehr der medizinischen Realität entsprechen, während immer mehr Menschen am Coronavirus erkranken!“
„Hier wird wertvolle Zeit verschwendet, in der an covid-19 erkrankte Patienten und deren Kontaktpersonen weitere Menschen anstecken können! Daher muss der Antigen-Test bei den Kassenärzten für die Quarantäne und den Beginn der Kontaktpersonen-Nachverfolgung ausschlaggebend sein!“ bekräftigt OMR Dr. Wolfgang Ziegler, Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Oberösterreich.

 
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