Dienstag, 16. Oktober 2018 

Aktuelles | Geschehen | 10.10.2018

Die politische Teamarbeit wurde medial mißdeutet

Wieder Fusions-Aufregung pur

Der Blätterwalt sorgt wieder einmal für „künstliche Aufregung“: Wels und Thalheim planen eine Fusion, 2028 soll eine Volksbefragung starten. Das hat naturgemäß in der Marktgemeinde für die Auslösung von künstlichen Traunwellen gesorgt. Die besonders aufgeregten politischen Mandatare können beruhigt sein: Es wird keinen Tsunami geben und Wels das Gemeindegebiet keinesfalls schlucken. Dabei ist die Stadt Wels durch das Reinberg-Areal und die Marienwarte längst hier sesshaft.
Auslöser der Aufregung könnte die erfreuliche Zusammenarbeit der öffentlichen Hand und das gegenseitige Verständnis der beiden Bürgermeister sein. Man macht sich halt so seine Gedanken, wo man Gemeinsamkeiten hat und wo sinnvolle Einsparungen möglich wären.

Zusätzlich mediales Öl ins Feuer legte ein doppelseitiger Bericht in der „Kronen Zeitung“ vom 10. Oktober, in dem konkrete Gemeinsamkeiten aufgezählt werden.

Krone: Gründe für Fusion von Wels und Thalheim

Originaltext auf der Krone vom 10.10.2018
+ Zusammenlegung ist in Region das absolute Gesprächsthema

+ Vieles spricht für Langzeitplan. „Von ,bist deppert’ bis ,es ist höchste Zeit’, habe ich alles gehört“, ist Thalheims Bürgermeister Andreas Stockinger (ÖVP) von den vielen Reaktionen überrascht. So wie Andreas Rabl (FPÖ), sein Pendant auf Welser Seite, ist auch er für diese geplante Fusion, die viele Vorteile bringen könnte. Diese 7 Gründe sprechen für die „Hochzeit“ der Nachbargemeinden, die derzeit nur die Traun trennt:

Weniger Infrastrukturkosten: Je mehr Einwohner eine Gemeinde hat, umso geringer sind die Kosten für die Infrastruktur. „Weil das Verlegen einer Leitung um ein paar Meter weiter nicht mehr so viel ausmacht“, erklärt Rabl. Die Kosten bei einem Infrastrukturprojekt würden statt derzeit 30 Euro pro Quadratmeter und Einwohner deutlich nach unten gehen.

Gute Basis: „Auf Verwaltungsebene ist die Vertrauensbasis hervorragend“, lobt etwa der Welser Magistratsdirektor Peter Franzmayr die Zusammenarbeit mit Thalheims Amtsleiter Leo Jachs bei den vielen gemeinsamen Projekten. Trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit können auch Rabl und Stockinger sehr gut miteinander.

Gemeinderat bleibt: Im Falle der Eingemeindung würde zwar die Ortstafel Thalheim bei Wels wegfallen, jedoch ein Ortsparlament mit Bürgermeister bleiben. Der Welser Stadtchef wäre – nach deutschem Vorbild – Oberbürgermeister.

Mehr Bürgerservice: Auch das Thalheimer Amtsgebäude würde als Servicestelle bestehen bleiben. Durch den Anstieg an Mitarbeitern könnten Krankenstände oder Urlaube besser abgefedert werden. Dazu wären viele „Spezialisten“ des Welser Magistrats bei heiklen Fragen verfügbar.

Traun-Attraktivierung: Wegen des zum Teil steilen Geländes ist auf Welser Seite die Belebung des nördlichen Traunufers schwierig. In Thalheim ist das Ufer flacher. Das Budget würde in die Attraktivierung des südlichen Ufers fließen.

Müllabfuhr: In Thalheim holt ein Unternehmen aus Attnang den Müll. Die Beseitigung durch Magistratsmitarbeiter käme wegen der viel kürzeren Anfahrtswegen viel billiger.

Platz für Großprojekte: Wels kann sich dank guter Finanzkraft große Bauvorhaben leisten. Sie scheitern oft am Mangel geeigneter Flächen. Thalheim fehlt das „nötige Kleingeld“, dafür wäre aber der Platz für Großprojekte da. 

Und wer regt sich da wirklich auf?

Naturgemäß viele politische Mandatare und Langzeit-Bürger, die Thalheimer bleiben wollen. Was ihnen aber auch gar niemand streitig machen will. Und ein Großteil der in der Marktgemeinde wohnenden Bürger sind entweder ursprünglich Welser (so wie der Bürgermeister) oder haben sich aufgrund fehlender Baugründe in Wels auf der gegenüber liegenden Seite der Traun angesiedelt. Also Wels und Thalheim verbindet nicht nur mehr Brücken als die Landeshauptstadt mit Urfahr…

Übrigens viel interessanter sind die Bemühungen in der Region Wels gemeinsame Projekte nicht nur zu planen, sondern auch umzusetzen. Denn Gemeindegrenzen sind nur für die leider nicht überregional zu verteilenden Kommunalsteuern und für bürgernahe öffentlichen Einrichtungen wichtig. 
Und den Politikern ins Stammbuch geschrieben: Erwartet wird in erster Linie Bürgernähe und nicht Sonntagsreden oder eigene Befindlichkeiten. In Thalheim erinnert man sich doch noch an das politische Schicksal des Vorgängers im Bürgermeisteramt...

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