Dienstag, 22. Oktober 2019 

Aktuelles | Wirtschaft | 20.09.2019

Marktgemeinde am Projekt noch nicht beteiligt

Wirtschaftspark mit Struktur

Zu einem Vorzeigeprojekt im neuen Wirtschaftspark an der Voralpenstraße, der durch den vor der Fertigstellung befindlichen Autobahnanschluss in Wimpassing noch besser aufgeschlossen wird, zählt die geplante neue Zentrale des Welser Parade-Familienunternehmens FELBERMAYR, das weltweit speziell im Transportbereich unterwegs ist. Für die gesamte Region erfreulich, die Marktgemeinde sollte auch am Wirtschaftspark beteiligt sein.
Am 17. September wurde der Spatenstich gefeiert, seit Anfang September sind die firmeneigenen Baufahrzeuge auf dem rund 100.000 qm großen neuen Firmengelände unterwegs. Im 2. Quartal 2021 soll bereits die Fertigstellung gefeiert werden. Wer kennt sie nicht - zum Beispiel die Spezialtransporte von Felbermayr.
Und diese Firmenzentrale wird für die Stadt auch ein Aushängeschild eines ureigenen Welser Unternehmens, das mit einem Fuhrunternehmen in der Franz-Resl-Straße (Bereich Trodat) 1967 startete und im Betriebsbaugebiet Ost an der Machstraße eine ständig erweiterte Firmenzentrale entwickelte. Gesucht wurde schon lange ein neuer Standort, denn das so vielseitige Unternehmen mit europäischer Bedeutung benötigte immer mehr Grundflächen.
„Brachvögel“ bremsten die Entwicklung
Der ideale Standort am Rand des großen Flugplatzgeländes mit Gleisanschluss und Autobahnnähe scheiterte nach langen Bemühungen sozusagen an gar nicht so seltenen Brachvögeln und einem groteskerweise weisungs-ungebundenen Umweltanwalt des Landes.
Doch Vater und Sohn Horst wollten das Welser Stadtgebiet nicht verlassen, sondern können nun mit Unterstützung der Stadt ein Grundstück des neuen Wirtschaftsparkes im Westen der Stadt nützen. Was selbstverständlich auch im ureigensten Interesse der Stadt lag und liegt.

Und diese Firmenzentrale wird dann auch von der Autobahn aus sichtbar sein und ein Glanzpunkt der so starken Welser Wirtschaftskraft sein. Mit dem erfahrenen Welser Architekturbüro Benesch-Stögmüller fand man auch den bestens geeigneten Partner, um die Firmenphilosophie hier auf der bisher grünen Wiese (mit bis zu einem Meter Humusschicht) möglichst umsetzen zu können. Auf bestes Ackerland musste ausgewichen werden, die eigenartige Gesetzeslage wollte es nicht anders.
Horst Senior und Aufsichtsrats-Vorsitzender: „Wir haben lange gesucht, mussten viele Hürden überwinden und auch einige Kompromisse eingehen. Doch jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, um nach vorne zu blicken. Wir freuen uns den Startschuss für künftige Generationen geben zu können“.
Auch Horst Junior, CEO der Unternehmensgruppe, ist begeistert, das Unternehmen in eine noch modernere Zukunft führen zu können. Durch den Neubau können vor allem auch interne Abläufe und Wege im Unternehmen optimiert und die Kommunikation verbessert werden.
Die Unternehmensgruppe Felbermayr ist mit 69 (!) Standorten in 19 Ländern Europas vertreten. Aktuell werden rund 2.700 Fachkräfte in den Bereichen Spezial- und Schwertransporte/Hebetechnik sowie im Hoch-, Tief- und Spezialtiefbau beschäftigt. Besonders stolz ist man auf die vielen langjährigen Mitarbeiter, die den Grundstock für die Weiterentwicklung bilden.
Interessante Umsetzung der neuen Firmenzentrale
Der Entwurf der Architekten basiert auf drei senkrecht zur Voralpenstraße gestellte Hallenbauwerke, mit einem im Süden vorgelagerten Verwaltungs- und Sozialbau. Die zwischen den Hallenbauteilen entstehenden Innenhöfe können optional überdacht werden und dienen als großzügige Rangier-, Arbeits- und Abstellflächen.
Die zentrale Werkstätte mit einer Fläche von 9.000 m² ist das Herz des Hallenareals. Hier werden Reparaturen, Auf- und Umbauten vorgenommen. In den begleitenden Hallen können Fahrzeuge, Kräne, Spezialequipment, der Bauhof, das Reifenlager und technische Hilfsmittel untergebracht werden.
Die U-förmige Grundform des Verwaltungsbauteils erlaubt eine kompakte Anordnung der Büros mit kurzen Wegen und zentralen Kommunikationsflächen und dient als Servicestelle für den gesamten internationalen Konzern. Eine alle Bauteile verbindende Tiefgarage für ca. 400 Pkw bietet den Mitarbeitern den Vorteil kurzer, wettergeschützter Wege.
Großzügige Begrünungen vor und zwischen der Verwaltung und dem Sozialgebäude bieten sich als ruhige Aufenthaltsbereiche in den Pausen an und lassen die dahinterliegenden, ausgedehnten Verkehrsflächen nahezu verschwinden. Diese Außenanlagen sowie die Tiefbauarbeiten und der Rohbau werden von den hauseigenen Bereichen Bau und Transport/Hebetechnik ausgeführt.
Die Attraktivität des neuen Firmenareals wird durch ein eigenes Sozialgebäude unterstrichen: Hier sind ein Mitarbeiterrestaurant, ein Fitnessbereich und eine Kinderbetreuungseinrichtung geplant. „Damit schaffen wir eine optimierte Arbeitsumgebung zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie“, ist Konzernchef Horst Felbermayr überzeugt.
In einem eigenen Beitrag werden wir noch über die weitverzweigte Felbermayr-Holding berichten. Besonders aufschlussreich ist die Felbermayr-Homepage, in der man sehr lange verweilen kann und aus dem Staunen nicht herauskommt. Daher sehr empfehlenswert:
www.felbermayr.cc

Und noch etwas ganz persönliches…
Wir haben jahrzehntelang Erfahrungen mit Spatenstichfeiern und ähnlichem. Am 17. September erlebten wir die Präsentation eines Projektes, die in jeder Hinsicht außergewöhnlich war. Nur ein bescheidenes Zelt und eine ausgewählte geringe Schar an Gästen sorgten für ein geradezu familiäres Fest, bei dem man neben Horst Junior auch den Architekten den nötigen Respekt bei ihren Ausführungen zollen konnte.
Nicht nehmen ließ es sich auch nicht der Landeshauptmann, der sein Ziel „Land der Möglichkeiten“ auf der Felbermayr-Homepage („Team der Möglichkeiten“) wiederfand. Schließlich kann das Land nicht nur auf einen vernünftigen Landesvater stolz sein, sondern vor allem auf die Wirtschaftskraft und die Vorbildwirkung von Oberösterreich.
Wie sehr eine Familienbande nötig sind zeigte auch der derzeit schwierige Gesundheitszustand von Horst Senior, den man eigentlich nur bei Begegnungen als stets im „Unruhestand“ tätigen Unternehmer kannte. Der heute 74-jährige ließ es sich nehmen auch mittels Rollstuhl dort dabei zu sein, von wo sein Paradeunternehmen in Zukunft für eine positive Weiterentwicklung sorgen wird. Wir wünschen ihm und seiner Faimlie baldigste Besserung!
Drei bewunderswert starke Frauen gehören zu den Säulen des Unternehmens: Gattin Gisela, Schwiegertochter Andrea (Mutter von drei Kindern) und Schwester Elisabeth.

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